17 November 2020

Bei Abriss einer Industriebrache: alte Brunnenanlage gefunden

Westsachsen/Werdau.- Bei den Rückbauarbeiten eines ehemaligen Fabrikkomplexes in der Werdauer Richardstraße hat die beauftragte Firma einen interessanten Fund gemacht: Einen verschütteten Brunnen.
Um genau zu sein handelt es sich um einen gebohrten Tiefbrunnen mit einem Durchmesser von 300mm. Die Stadtverwaltung beauftragte umgehend eine Spezialfirma aus Hof, die ihn in den vergangenen Tagen Stück für Stück die alte Saugleitung freilegte, aushob und sicherte. Erste Messungen und Kamerabefahrungen nährten den Verdacht, der Brunnen könne 40 bis 60 Meter tief sein.
Tatsächlich wurde schlussendlich eine Tiefe von stattlichen 71 Metern festgestellt. Der Brunnen wurde neu verrohrt und steht künftig dem Bauhof zur Nutzung bei der Grünanlagenbewässerung zur Verfügung. Das geborgene Bauwerk stammt aus dem VEB Pumpenfabrik Oschersleben.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

16 November 2020

Neuer Pressesprecher: „Ren Semel“ beantwortet Fragen an die OBin

Westsachsen/Zwickau.- Seit einigen Tagen ist es streng verboten, die Fußgängerzone ohne Corona-Maske zu betreten. Bei Zuwiderhandlung kassiert das Ordnungsamt der Stadt Zwickau 60 Euro vom ungehorsamen Bürger ab.
Wir wollten von der neuen Oberbürgermeisterin Consance Arndt wissen, warum sie diese unsinnige Verordnung der Sächsischen Staatsregierung umsetzt. Folgende Stellungnahme erreichte uns auf Umwegen. „Ren Semel“ schreibt bei Facebook: „Die Fragen muss die OB nicht beantworten. Schauen sie Mal in die Corona Schutz Verordnung. Da steht alles drin 😉. Die Bußgelder verhängt das Landratsamt und nicht die Stadt.“ Interessant ist diese Aussage allerdings vor dem Hintergrund, dass nicht das Landratsamt, sondern die Stadt Zwickau mit ihrem Logo auf den Verbotsplakaten signiert. Wer kassiert also die Bürger ab? Ach ja, unter dem Kommentar von „Ren Semel“ hat Frau Arndt einen „gefällt mir - Daumen“ gesetzt. Bedeutet das also, „Ren Semel“ ist ab jetzt der neue Pressesprecher der Oberbürgermeistern?
Auf die offizielle Anfrage der Westsächsichen Zeitung reagierte das neue Stadtoberhaupt bisher nicht. Ihre Vorgängerin war wenigstens in diesem Punkt vorbildlich. Sie beantwortete die Fragen der Presse immer sehr zeitnah. Bei wichtigen Anliegen auch am Wochenende und aus dem Urlaub heraus von ihrem iPhone. Hier hat Frau Arndt noch etwas Nachholebedarf.

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13 November 2020

Ein Insider packt aus: „NSU“-Morde werden schlecht vermarktet

Westsachsen/Zwickau.- Im Rathaus hängt eine Gedenktafel öffentlich aus. Die Rathausleitung verbietet das Fotografieren. Ein Leser spielte uns das nebenstehende Foto anonym zu. Darauf ist zu lesen: „Neonazistische Verbrecher haben zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in sieben deutschen Städten ermordet. Neun Mitbürger, die mit ihren Familien in Deutschland eine neue Heimat fanden, und eine Polizistin. Wir sind bestürzt und beschämt, dass diese terroristischen Gewalttaten über Jahre nicht als das erkannt wurden, was sie waren: Morde aus Menschenverachtung. Wir sagen: Nie wieder!“
Dazu kommentiert ein Insider, der namentlich nicht genannt werden will, wie folgt: „Zum politischen Vermächtnis der ehemaligen Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) gehört neben den Zuständen, die sie bei ihrem vorzeitigen Abgang hinterließ, vor allem die zuweilen zwanghaft anmutende Ideologiearbeit.
Bemerkenswert widersprüchlich war und ist hierbei die Verhaltensweise, mit der an den sogenannten ,NSU'-Komplex erinnert werden soll. An diese oft kolportierte Verschwörungstheorie, die eine nicht sonderlich plausible Lösung der sogenannten ,Dönermorde' liefern soll. Einer bis heute nicht aufgeklärten deutschlandweiten Mordserie an ausländischen Kleingewerbetreibenden.
Die Stadt Zwickau ging mit der ideologischen Ausschlachtung dieser Mordserie stets einen sehr merkwürdigen Weg. Zum einen beklagten Ex-OBin Pia Findeiß und ihre Mitstreiter stets einen angeblichen ,Imageschaden' für unsere Stadt, der hierdurch entstanden sein soll. Andererseits ließ und lässt man keine Gelegenheit aus, dieses angeblich ,das Image der Stadt schädigende Thema' selbst wieder und wieder in die Öffentlichkeit hineinzutragen. Wobei man sich vollkommen unreflektiert der gängigen Verschwörungstheorie bedient, die beiden Rechtsextremisten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hätten diese Morde verübt.
Seltsame Sumpfblüten wie die sogenannte ,Geschichtswerkstatt' des ehemaligen Schulsozialarbeiters Jörg Banitz und seltsam bemalte Baumarktbänke, die an die vermeintlichen ,NSU'-Opfer erinnern sollen, werden setdem auch von der Stadt Zwickau großzügig mit Fördergeldern gemästet. Auf Betreiben von Pia Findeiß errichtete man sogar einen ganzen ,Gedenkwald' in der Nähe des Zwickauer Schwanenteiches, der seitdem als Wallfahrtsort für ,NSU'-Touristen dient.
Bisheriger Höhepunkt der Vermarktung der Marke ,NSU' ist das Anbringen einer seltsamen Gedenktafel am Eingang zum Bürgersaal im Rathaus. Sonderbarerweise bleibt nicht nur das ,Wir' auf der nicht unterschriebenen Tafel unklar. Rathaussprecher Mathias Merz, ein Duzfreund von Pia Findeiß, hat es sogar ausdrücklich untersagt, die Tafel zu fotografieren. Eine überaus merkwürdige Art des Gedenkens.“

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Bad Elster: 8. Internationale Meisterkurse mit Stardozenten

Westsachsen/Bad Elster.- Seit dem Jahr 2014 werden in Bad Elster jährlich Chursächsische Meisterkurse mit dem Ziel durchgeführt, den nationalen und internationalen Profimusikernachwuchs im Herzen Europas zu fördern. Die künstlerische Leitung obliegt dabei dem Weltklassecellisten Prof. Peter Bruns (Leipzig) und dem Intendanten des König Albert Theater Bad Elster, GMD Florian Merz (Bad Elster/Düsseldorf). Für die 8. Int. Chursächsischen Meisterkurse im kommenden Jahr 2021 konnten der ehemalige Violinist des weltberühmten »Artemis Quartett«, Prof. Heime Müller (Violine/Musikhochschule Lübeck), Prof. Pauline Sachse (Viola/Musikhochschule Lübeck) sowie natürlich Prof. Peter Bruns (Violoncello/Hochschule für Musik und Theater Leipzig) als Dozenten gewonnen werden. Prof. Heime Müller wird dabei 2021 das Angebot der Chursächsischen Meisterkurse auch wieder für Streichquartette öffnen. Die Anmeldungen für die mittlerweile heiß begehrten Plätze sind ab sofort möglich und auch online freigeschaltet.
Als Besonderheit wird die Kurswoche durch ein attraktives Rahmenprogramm ergänzt, welches den besonderen Charakter der Meisterkurse unterstreichen soll: Dabei wird für die Teilnehmer ein spezieller Musiker-Gesundheitskurs der Sächsischen Staatsbäder GmbH im Therapiezentrum des historischen Albert Bades angeboten, ein Besuch der vogtländischen Instrumentenbauer in der benachbarten Musikstadt Markneukirchen integriert und der Eintritt in die Badelandschaft Bad Elsters zur Entspannung spendiert. In dieser Kombination mit den begleitenden Gesundheitsangeboten und dem weltweit bekannten Musikinstrumentenbau in der benachbarten Musikstadt Markneukirchen sowie einer touristisch geprägten Infrastruktur gibt es in der Kultur- und Festspielstadt Bad Elster damit beste Vorrausetzungen, die Chursächsischen Meisterkurse auch zukünftig erfolgreich zu profilieren.
Ein schöner Bestandteil der Int. Chursächsischen Meisterkurse in Bad Elster sind auch die beliebten Publikumskonzerte: In der 8. Ausgabe der Meisterkurse 2021 schenken die beteiligten Dozenten Pauline Sachse & Peter Bruns dem Publikum Bad Elsters erneut eine virtuose »Meisterstunde Kammermusik« auf Weltklasseniveau (03.03.) und die Teilnehmer*innen präsentieren sich zum Abschluss musikalisch im Rahmen des Meisterschüler-Podiums (06.03.) bevor am Ende der 8. Chursächsischen Meisterkurse die Chursächsische Philharmonie unter der Leitung von GMD Florian Merz beim 7. Symphoniekonzert 2020/21 im König Albert Theater (06.03.) gemeinsam mit den besten Meisterschülern der Kurswoche musiziert. Die Meisterkurse in Bad Elster werden vom Kulturraum-Vogtland gefördert.
Anmeldungen & Infos: www.chursaechsische.de

Quelle und Foto: Chursächsische Verwaltungs GmbH

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12 November 2020

Neugestaltung: Brücke über den Marienthaler Bach ist fertig

Westsachsen/Zwickau/OT Marienthal.- Nach Fertigstellung des Neubaus der Brücke über den Marienthaler Bach und der Neugestaltung des Geh- und Radweges auf Höhe des Drogeriemarktes, zwischen der Marienthaler Straße und dem Marienthaler Fußweg wird der Weg am morgigen Freitagnachmittag (13. November 2020) nach Abnahme der Bauleistungen für den Verkehr wieder freigegeben. Im Rahmen der Baumaßnahme erfolgte der vollständige Rückbau der desolaten Brücke und des nur als schmalen Schotterpfad erkenntlichen alten Gehwegs. Danach wurde eine Brücke an der gleichen Stelle neu errichtet. Der gemeinsame Geh- und Radweg in Richtung der Marienthaler Straße wurde auf die vorgeschriebene Regelbreite erweitert und in Asphaltbauweise ausgeführt. Bestandteil der Maßnahme war auch die Erneuerung der Straßenbeleuchtung auf diesem Verbindungsweg zwischen Marienthaler Straße und Marienthaler Fußweg. Die Ersatzpflanzungen werden in den nächsten Wochen noch erfolgen. Der Kostenrahmen für das Gesamtbauvorhaben (320 T€) wurde eingehalten. Der Ausbau des Weges und der Brücke wird über das Bund-Länder-Programm „Städtebauförderung- Programmteil Aufwertung Marienthal 2012“ aus Mitteln des Bundes, des Freistaates Sachsen und der Stadt Zwickau finanziert.

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Offener Brief von Holger Becker zu „Corona-Schutzmaßnahmen“

Westsachsen/Zwickau.- Holger Becker, ein Bürger der Stadt Zwickau, hat uns einen offenen Brief geschickt und um Veröffentlichtung gebeten. Diesem Wunsch kommen wir gerne nach:
„Liebe Damen und Herren Politiker, gern hätte ich ein paar Fragen, die bis hoch zur ,Mutti' Angela Merkel gereicht werden dürfen.
Aktuell im November 2020
Ich darf auf Arbeit mich mit 19 Kollegen aus 19 verschiedenen Haushalten treffen, jedoch zu Hause darf ich nur zu zehnt aus zwei Haushalten Spaß haben. Meine Schlussfolgerung hier: Privater Einschnitt und Verwehrung meiner privaten Rechte. In meiner Bäckerei um die Ecke dürfen der Bäckermeister, der Bäckergeselle, der Lehrling und die Verkäuferin die Brötchen und den Teig mit der Hand anfassen. Jedoch die Kneipe in der Straße, die täglich nur fünf Gäste hat, die muss schließen. Meine Schlussfolgerung hier: Man will die Kleinen kaputt machen, damit die Großen in der Wirtschaft das Volk noch mehr ausnehmen können. In Läden dürfen eine bestimmte Anzahl Leute pro qm rein, wenn sie 1,5 bis 2 m Abstand halten, jedoch ins Caffée oder Kino, wo man sogar 3 m Abstand einhalten kann, da werden die Geschäfte geschlossen. Meine Schlussfolgerung hier: Es sollen bestimmte Berufsstände ausgerottet werden.
Im Frühling 2020 hieß es, dass alle die Maske tragen sollen, dass damit die Ansteckung weg bleibt. Die Leute, die sich nicht daran halten, werden bestraft. Aber im TV, wenn die Regierung zusammen war, hatten da auch keine Politiker die Maske auf. (Sind die was Besseres?) Jedoch trotz dass das Volk die Masken auf hatte, gehen die Zahlen jetzt wieder hoch. (Bringen die Masken doch keinen Schutz?) So sieht man, dass die Dinger nicht helfen. Meine Schlussfolgerung hier: Verdummung des Volkes. Panikmache an den älteren Leuten. Das dumme Volk hat zu gehorchen und die Regierung ist aus allem befreit.
Dieses Schreiben würde ich gern öffentlich bekannt machen und hätte es gern auch öffentlich von den Politikern beantwortet! Nach Möglichkeit erbitte ich mir direkte Antworten und für jeden Bürger verständlich und nicht um den heißen Brei herum geredet.“

Dieses Schreiben erhielten außer der Westsächsischen Zeitung noch folgende Empfänger:
CDU-Kreisverband Zwickau / SPD-Kreisverband Zwickau / AfD-Kreisverband Zwickau / Bündnis 90, Die Grünen-Kreisverband Zwickau / Freie Presse Radio / Zwickau Wochenspiegel.

Sollte Herr Becker Antworten auf sein Anliegen erhalten, werden wir diese ebenfalls gern veröffentlichen.

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06 November 2020

Die Zwickauer Justiz und die System-Medien: Urteil ohne Gewe(ä)hr

Westsachsen/Limbach-Oberfrohna/Zwickau.- Er hat es schon wieder getan. Altfrid Luthe (Foto), Richter und Pressesprecher am Landgericht Zwickau, gab kurz nach der Urteilsverkündung im Fall Hardy G. am Mittwoch Nachmittag eine völlig falsche Pressemitteilung heraus. Die Freie Presse veröffentlichte unmittelbar darauf einen Artikel nach diesen Vorgaben. Brisant: Nicht ein einziger Reporter des Lokalblattes hat sich während des gesamten Revisionsprozesses im Gerichtssaal blicken lassen (wir berichteten schon einmal).
Die WSZ hatte über weite Teile des Prozesses, der insgesamt 19 Verhandlungstage andauerte, mehre Journalisten im Einsatz, die sich vor Ort ein ausführliches Bild gemacht haben. Dabei sind erstaunliche Unterschiede zwischen den Ausführungen der Pressestelle des Gerichts, von der übrigens auch nie ein Vertreter an den Verhandlungen teilnahm, und der tatsächlichen Ereignisse festzustellen.
Wer die Website der „Freien“ Presse durchstöbert, wird feststellen, dass viele Artikel mit einem + Zeichen versehen sind. Dazu erklärt der Verlag: „Das kleine Plus kennzeichnet die Beiträge auf der Webseite, die unseren Digitalabonnenten vorbehalten sind. Es sind in der Regel die aufwändigsten Recherchen unserer Journalisten vor Ort, die Texte, die den Charakter der Freien Presse prägen. Regional. Glaubwürdig. Weitsichtig.“ Wie glaubwürdig ist diese Behauptung noch, wenn man ungefiltert Pressemitteilungen abdruckt und diese dann als eigene „PLUS-Artikel“ verkauft?
Zurück zum eigentlichen Prozess. Ursprünglich wollte Hardy G., der seit über zwei Jahren wegen Nachstellung und Hausfriedensbruch in Untersuchungshaft sitzt, seine sofortige Freilassung erreichen. Zumindest ein deutlich milderes Urteil als die zuvor ausgesprochenen 3,5 Jahre Gefängnis. Er bleibt bei seiner Begründung, dass die Staatsanwaltschaft nur einseitig gegen ihn ermittelt und nicht auch gegen die Familie Käferstein, von der er sich bedroht fühlt (WSZ berichtete). Er sei damals nicht vor der Polizei geflohen, sondern vor dem gewalttätigen Bruder seiner damaligen Freundin, der ihn mehrmals mit dem Tode bedroht habe. Auch habe er niemals das Gewehr dabei gehabt, wie von der Gegenseite ständig behauptet. Bis heute ist der Verbleib dieser Langwaffe nicht geklärt (WSZ berichtete). Trotzdem sieht es das Gericht als erwiesen an, dass Hardy G. das aus dem Waffenschrank des Vaters entwendete Gewehr irgendwo versteckt haben muss. Das bedeutet im Klartext, dass der vorsitzende Richter Ruppert Geußer lediglich daran glaubt, dass es so sein könnte. Beweise dafür gibt es nicht. Allerdings auch keine Gegenbeweise, denn die zuständigen Ermittlungsbehörden sind erstaunlich untätig. In jeder Verhandlung, die seit Beginn des Revisionsprozesses stattgefunden hat, saßen den ganzen Tag über sechs Polizeibeamte mit im Saal und lauschten den Ausführungen der Staatsanwaltschaft, des Richters und der Zeugen. Zunächst ohne erkennbaren Grund. Einige Prozessbeobachter dachten laut darüber nach, ob diese Personalressourcen nicht effektiver zur Wahrheitsfindung hätten eingesetzt werden können. Zumal die Waffe noch immer nicht gefunden wurde. „Was passiert eigentlich, wenn Hardy die Waffe wirklich nicht hat, sondern ein anderer? Dieser könnte jetzt damit unterwegs sein und Jagd auf Menschen machen. Wer schützt uns vor diesem Szenario?“, fragte eine besorgte Zuschauerin nach der Urteilsverkündung. Denn weitere Ermittlungen finden offensichtlich nicht mehr statt.
Nach Verbüßen der nun endgültig auf drei Jahre festgesetzten Haftstrafe hat Richter Geußer für den bisher unbescholtenen, nicht vorbestraften Hardy G. Sicherungsaufsicht angeordnet. Das heißt, der Mann soll rund um die Uhr von jeweils zwei Beamten im Schichtdienst überwacht werden. Jetzt wird auch klar, warum die sechs Polizisten immer mit im Gerichtssaal saßen. Dieser Umstand und die Tatsache, dass die Pressemitteilung des Gerichts so zeitnah an die Medien raus ging, lässt außerdem vermuten, dass das gefällte Urteil bereits lange vor Verhandlungsende feststand. Die letzte Zeugenaussage einer Lehrerin und die Plädoyers der Anwälte sowie das letzte Wort des Angeklagten hätte man sich also getrost sparen können.
Letzteres hatte es allerdings in sich. Hardy G. warf dem Gericht vor, ihm gegenüber voreingenommen zu sein. „Sie und ich stehen in einem Täter - Opfer - Verhältnis. Wobei ich das Opfer bin“, hatte er bereits bei Prozessbeginn zu Richter Geußer gesagt. Jetzt ging er noch einen Schritt weiter: „Ich muss mich hier von Juristen verurteilen lassen, die nicht bestreiten, einer kriminellen Vereinigung anzugehören“, sagte er in Richtung Richterpult und nahm damit Bezug auf die illegale Überklebung eines gültigen Rechtskraftvermerkes und weiterer ungeklärter Offizialdelikte, vor allem der Zwickauer Staatsanwaltschaft (WSZ berichtete). Sein Verteidiger kündigte an, sofort wiederum Revision zu beantragen. Eine Fortsetzung ist also nicht ausgeschlossen.

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Einmaliges Angebot: GGV Werdau eröffnet Musterwohnung

Westsachsen/Werdau.- Auf dem Werdauer Kranzberg gibt es seit wenigen Tagen eine Musterwohnung zu bestaunen. Möglich macht das die Gebäude- und Grundstücksverwaltungs-GmbH Werdau (GGV), die insgesamt 1.600 Wohnungen an diesem und anderen Standorten der Pleißestadt in ihrem Portfolio hat. Gerichtet ist das in Werdau bislang einmalige Angebot an Interessenten, die sich einen konkreten Überblick über Ausbaumöglichkeiten verschaffen wollen. Von den Böden zu den Wänden über Türen und das Badezimmer bis hin zu Balkonverglasung, Grundrissveränderungen und Wohnungszusammenlegungen - gemeinsam mit Mitarbeitern der GGV können konkrete Planungen für individuelle und hochwertige Wohn(t)räume entstehen und im Idealfall anschließend kalkuliert und realisiert werden. Zur Eröffnung der Wohnung waren ursprünglich zwei Muster-Tage geplant. „Aus aktuellem Anlass verschieben wir diese Veranstaltungen und setzen stattdessen auf individuelle Beratungstermine, bei denen wir gemeinsam mit unseren Interessenten neue Zuhause entwerfen“, erklärt Ines von Müller, Geschäftsführerin der GGV. Termine können ab sofort unter musterwohnung.werdau-ggv.de oder Telefon 03761 89040 vereinbart werden.

Foto: Doreen Fritzsche ist eine der Beraterinnen der GGV Werdau, die Interessenten in der neuen Musterwohnung berät.

Nach Kellerbrand: Hochhaus an der Marienthaler Straße nicht bewohnbar

Westsachsen/Zwickau.- In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurde um 1:03 Uhr die Zwickauer Feuerwehr zu einem Kellerbrand in die Marienthaler Straße 40 alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war der Treppenraum des Gebäudes leicht verraucht. Das Feuer im Kellerbereich hatte auf mehrere Kellerboxen übergegriffen. Durch die Einsatzkräfte wurde die Brandbekämpfung durchgeführt, welche nach ca. 45 Minuten abgeschlossen werden konnte. Die Bewohner des Gebäudes waren zwischenzeitlich in einem Bus an der Einsatzstelle untergebracht. Eine Person wurde mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus transportiert.
Aufgrund der Brandeinwirkung wurden die Versorgungsleitungen Elektro im Keller so stark beschädigt, dass das Gebäude derzeit nicht bewohnbar ist und eine Unterbringung von ca. 30 Bewohnern in einem anderen Objekt notwendig wurde, was der Vermieter (GGZ) organisierte. Im Anschluss daran mussten alle Wohneinheiten nochmals kontrolliert und umfangreiche Lüftungsmaßnahmen durchgeführt werden, um die Rauchgase aus dem Gebäude zu entfernen. Die Berufsfeuerwehr Zwickau sowie die Freiwilligen Feuerwehren Auerbach, Marienthal, Mitte und Planitz waren mit insgesamt 39 Einsatzkräften vor Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Oberhohndorf sicherte mit sieben Einsatzkräften die weitere Einsatzbereitschaft für das Stadtgebiet ab. Die abschließenden Einsatzmaßnahmen dauerten bis gegen 09:30 Uhr an.

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03 November 2020

Abgeurteilt: Rechtsanwalt Reinhard Schübel ist ein Betrüger

Westsachsen/Plauen/Zwickau.-
„Der Plauener Rechtsanwalt Reinhard Schübel ist kein richtiger Doktor. Vielmehr hat er seinen Doktortitel im Ausland gekauft.“ Diese von der Westsächsischen Zeitung behaupteten Tatsachen gelten laut Endurteil des Amtsgerichts Zwickau vom 14. August 2020, Aktenzeichen 2 C 299/20 EV, als zugestanden. Eine weitere Verhandlung darüber ist nicht mehr möglich.
Die Einstweilige Verfügung, die der falsche Doktor aus Plauen im März 2020 gegen die WSZ erwirkte, ist damit hinfällig. Schübel gilt nun als Betrüger überführt. Dennoch tut sich die zuständige Zwickauer Staatsanwaltschaft schwer, Ermittlungen wegen Titelmissbrauch gegen ihn einzuleiten. Eine erneute diesbezügliche Anzeige blieb bisher unbearbeitet.
Bereits seit Jahren pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass Schübel kein echter Doktor im Sinne eines „studierten“ ist. Vielmehr hat er eine fünfstellige Summe von ergaunertem Geld an eine Agentur bezahlt, die ihm den Doktortitel im Ausland besorgte. Mehrere Zeugen belasteten ihn dazu unabhängig voneinander. Schübel bestritt dies am Ende selbst nicht mehr.
Der Schaden, den der umstrittene Rechtsanwalt im Laufe seiner Karriere seinen Mandanten zufügte, ist in Geld kaum aufzuwiegen. Allein durch seine Tätigkeit als „Fachanwalt für Familienrecht“ zerstörte er mehrere Existenzen. Selbst in dem Moment, als seine früheren Mitarbeiter ihn darauf aufmerksam machten, wie hoch der finanzielle Schaden ist, den er den Hilfesuchenden zufügte, sagte er nur lapidar: „Das merken die doch sowieso nicht“. Ein Betroffener schreibt beispielsweise in einer Google-Rezension: „Wir haben keinen der vier Fälle gewonnen. Wir haben nicht einmal die Fälle gewonnen, in denen wir Recht hatten. Die Polizei hat mir geraten, diesen Anwalt sofort zu wechseln. Sie haben Recht, aber der Anwalt ist nicht gut, hat mir ein Polizist gesagt“.
Offen ist nach wie vor, inwieweit Schübel in die Überklebungsaffäre am Zwickauer Amtsgericht verwickelt ist (WSZ berichtete). Auch dazu liegen Anzeigen gegen ihn vor. Sollte diesmal alles mit rechten Dingen zu gehen, dann müsste sich der betrügerische Anwalt bald vor einem Strafgericht verantworten.

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