30 August 2026

Zwickauer Justiz intern (Teil 2): Staatsanwalt erfindet Doktorarbeit

Rechtsanwalt Reinhard Schübel mit seinen
Angestellten vor der Kanzlei in Plauen.
Westsachsen/Plauen/Zwickau.- Die Posse um Reinhard Schübel, den falschen Doktor aus Plauen, (Foto rechts) geht in eine neue Runde. Nach den Ermittlungen zu Plagiatsvorwürfen gegen die Berliner Senatorin Felor Badenberg (CDU) und den Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) befasst sich jetzt die renommierte Plagiatsprüfer Kanzlei von Doz. Dr. Stefan Weber aus Salzburg/Österreich mit dem Fall Schübel. Weber war maßgeblich am Entzug der Doktorwürde von Mario Voigt beteiligt. Jetzt untersucht er die mysteriösen Zusammenhänge um die nicht existierende Doktorarbeit des Plauener Rechtsanwalts. Seine erste Reaktion: „Auch ich habe nach kursorischer Recherche keine Doktorarbeit gefunden.“ Sein Rat: „Sie können bei jeder Staatsanwaltschaft oder Polizeidienststelle eine Anzeige wegen Verdachts des Verstoßes nach § 132a StGB einbringen.“
Selbstverständlich haben wir diesen Rat befolgt und Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Hof erstattet. Nach all den Erfahrungen im Zusammenhang mit der Arbeitsweise deutscher Staatsanwaltschaften wissen wir jedoch, dass das Ermittlungsverfahren „zuständigkeitshalber“ wieder in Zwickau landen wird. Hier hat dann Schübels Busenfreund, Markus Colli (Oberstaatsanwalt und gleichzeitig Amtsgerichtsdirektor), auf dem Foto rechts neben Justizministerin Constanze Geiert/CDU, wieder Zugriff darauf. Dieser erfand für Schübel zuletzt den legendären Dissertationstitel „Entwicklung und Wirken der Verfahrensgerichte der slowakischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland hinzu einem europäischen Verfassungsgericht?“ (WSZ berichtete). Die Einstellung ist also vorprogrammiert.
Davon unberührt bleibt die Tatsache, dass Reinhard Schübel nachgewiesener Maßen, jetzt auch bestätigt durch eine der bekanntesten Plagiatsprüfer Kanzleien überhaupt, keinen „Dr.“-Titel tragen darf. Trotzdem führt er diesen Titel ILLEGAL auf seiner Webseite und im Briefkopf seiner Anwaltsschreiben. Wie lange wollen die Behörden hierbei noch tatenlos zusehen?
Die Spekulationen schießen ins Kraut, Verbindungen werden hergestellt. Zum Beispiel zur Zwickauer Überklebungsaffäre (Foto). Die Vermutung liegt nahe, dass Schübel seit der Tatzeit im Mai 2012 die sächsische Justiz mit Wissen über schlimmste Verbrechen in der Hand hat. Urkundenfälschung und Falschbeurkundung sind hier noch die harmlosesten Vergehen. In der Folge haben sich immer mehr Amtsträger (Staatsanwälte, Richter, sogar Justizminister) strafbar gemacht. Unter anderem durch Rechtsbeugung.
Rechtsanwalt Schübel, der gegen den Beschluss in der Akte 8 F 1059/07 das falsche Rechtsmittel verspätet beim unzulässigen Gericht eingelegt hat, versucht erneut zu erreichen, dass diese Wahrheit nicht weiter verbreitet wird. Er fordert vom Gericht, man möge dies bei Androhung einer hohen Geldstrafe „die weh tut“ verbieten. Am 10. September findet dazu ein weiterer Prozess am Landgericht Zwickau statt.