25 November 2020

Digitaler Adventskalender mit Bildergeschichten für Familien

Westsachsen/Zwickau.- Da weihnachtliche Veranstaltungen und Gruppenführungen in diesem Jahr leider nicht mehr stattfinden können, haben sich die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum etwas Besonderes einfallen lassen: Einen digitalen Adventskalender mit Bildergeschichten für Familien! Ab dem 1. Dezember öffnet sich jeden Tag ein neues Türchen - abrufbar unter www.kunstsammlungen-zwickau.de.
Hinter jedem steckt eine spannende Hörgeschichte zu einem Museumsbild. Begleitet vom Stieglitz aus dem gleichnamigen Gemälde von Meno Mühlig laden die Geschichten Kinder, Eltern und Großeltern ein, die Museumsbilder einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Erzählt werden die Geschichten von der Museumspädagogin Fabia Günther-Sperber.
Neben Erläuterungen zu Bild und Künstler und der Suche nach versteckten Bilddetails bieten die Hörgeschichten oft überraschende Verbindungen zur Vorweihnachtszeit. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass ein Stillleben von Max Pechstein Impulsgeber für ein leckeres Bratapfelrezept sein könnte oder das Bild „Jüngling mit Karten“ dazu anregt, wieder einmal einen Spieleabend zu veranstalten? Zudem sorgen das fröhliche Gezwitscher des Stieglitzes, zahlreiche Ausmalbilder und Rätsel mit Gewinnspielen bis zum Heiligabend für Unterhaltung und machen neugierig auf den hoffentlich bald wieder möglichen Museumsbesuch.
Der neu entstandene Adventskalender bereichert das bereits bestehende digitale Angebot der Kunstsammlungen. Dieses war während der Schließung im Frühjahr entstanden, u. a. mit einem virtuellen 360°-Grad-Rundgang, Malvorlagen, einem Memory-Spiel und der App MuseumStars, mit der die Challenge „Entdeckt die Schätze der Zwickauer Kunstsammlungen!“ gespielt werden kann.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

24 November 2020

Fehlendes Unrechtsbewusstsein: Strafen nur für den einfachen Bürger?

Westsachsen/Zwckau.- Die Maskenpflicht in der Zwickauer Innenstadt wird zum Politikum. Der parteilose Stadtrat Sven Georgi stellt zur Stadtratssitzung am Donnerstag an die Oberbürgermeisterin die Frage, welche Behörde dies veranlasst hat und warum die ausführenden Kräfte vom Ordnungsamt beim Aufhängen der Schilder selbst keine Masken trugen (siehe Foto).
Einmal mehr scheinen sich die Ordnungshüter ihrer Vorbildfunktion nicht bewusst zu sein. Auch das Unrechtsbewusstsein der Politiker hält sich bei diesem Thema stark in Grenzen. Während sie bei so manchen Empfängen masken- und abstandslos feiern, zocken sie über ihre Erfüllungsgehilfen beim Ordnungsamt die Eltern von Kinder ab, die sich angeblich beim Spielen im Sandkasten zu nahe gekommen sind (WSZ berichtete). Auf Presseanfragen reagiert man entweder gar nicht oder mit billigen Ausreden. So wie heute Stadtsprecher Mathias Merz. Seiner Meinung nach sei die Pflicht, in Fußgängerzonen eine Mund-Nasenbedeckung zu tragen, in § 3 der Sächsischen Corona-Schutzverordnung geregelt. Es handele sich also nicht um eine Maskenpflicht, die von der Stadt oder der Oberbürgermeisterin „verordnet“ worden sei. Dem steht allerdings entgegen, dass auf den Schildern eben „Maskenpflicht“ steht und nicht Verordnung oder Empfehlung oder Hinweis. Außerdem prangt das Logo der Stadt Zwickau darauf, was die Sache noch klarer erscheinen lässt, wer von den eingetriebenen Bußgeldern profitiert.
Die Stadtratssitzung wird am Donnerstag Nachmittag im Lokalfernsehen live übertragen.

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Wegen großer Nachfrage: Wintermarkt mit Sachsenmarkthändlern

Westsachsen/Werdau.- Am Donnerstag, den 10. 12. 2020 führt die Stadtverwaltung Werdau zusätzlich einen Wintermarkt mit den Sachsenmarkthändlern durch. Die Einwohner aus Werdau und Umgebung dürfen sich also noch einmal im Dezember im Herzen der Pleißestadt auf das Markttreiben freuen, bis es im März 2021 mit den Sachsenmärkten wieder richtig losgehen kann.
Als Resümee für die Sachsenmärkte in diesem außergewöhnlich aufregenden Jahr 2020, bedingt durch die lange Corona-Pandemiezeit und den Anordnungen von Hygieneauflagen, konnte die Stadt Werdau dennoch einen positiven Trend verzeichnen: „Wir konnten in diesem Jahr neue Händler gewinnen“, freut sich Oberbürgermeister Sören Kristensen. „Die Händler wünschen sich viel Kundschaft und wir uns alle ein reges, lebendiges Markttreiben in einem hoffentlich besseren Marktjahr 2021.“
Die Stadtverwaltung würde sich auch für das Jahr 2021 sehr über neue Händler auf dem Markt freuen, um das Sortiment zu erweitern. Interessierte Händler, welche am Sachsenmarkt ihre Waren anbieten möchten, können ihre Bewerbungen an die Stadtverwaltung Werdau, Fachdienste Märkte, Markt 10-18 in 08412 Werdau senden.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Hoffnungsschimmer: Große Resonanz auf Werdauer Adventszauber

Westsachsen/Werdau.- Die Advents- und Weihnachtszeit steht unmittelbar bevor. Die sonst üblichen, traditionellen Märkte sind jedoch aufgrund der aktuellen Lage nahezu überall abgesagt. Mit der Idee, diese Weihnachtsmarktangebote in die stationären Einzelhandelsgeschäfte hinein zu holen, treffen der Gewerbeverbund Werdau und die Stadtverwaltung offenbar genau den Nerv der Zeit.
Mittlerweile haben 16 Geschäfte eine „Patenschaft“ für Angebote wie erzgebirgische Volkskunst, Lebenssaft der Wasserwacht, Töpfereiprodukte der Region oder Kekse der Feuerwehr übernommen und bieten die entsprechenden Waren an. Am Vormittag des 12. und 19. Dezember wird der Weihnachtsmann in der Innenstadt zu finden sein. Sein Geschenkesack wird, wie im Vorjahr, von den Kauflandfilialen in Werdau und Steinpleis schokoladenfrei gefüllt. Auch das Werdauer Weihnachtsrätsel der Stadtverwaltung erlebt eine Neuauflage. „Zudem freuen wir uns sehr, dass am Abend des 3. Advent wieder das Friedenslicht aus Bethlehem am Adventskranz auf dem Markt verteilt werden wird“, erklärt Oberbürgermeister Sören Kristensen, der das Engagement rund um den „alternativen Weihnachtsmarkt“ sehr zu schätzen weiß.
Und so scheint es nicht nur dem Stadtoberhaupt zu gehen. Allein der Facebook-Beitrag auf Werdau.de mit der offiziellen Presseinformation erreichte binnen einer Woche zirka 20.500 Zugriffe, wurde 127 Mal geteilt und 36 Mal durchweg positiv kommentiert. „Normalerweise liegen wir bei 1.000 – 3.000 erreichte Personen pro Beitrag, nur in Einzelfällen mehr. Der Beitrag zum Werdauer Adventszauber ist hingegen völlig durch die Decke gegangen“, freut sich Sören Kristensen. Eine ähnliche Wahrnehmung gibt es in der lokalen und regionalen Presse: Egal ob Radiosender, Freie Presse, BLICK oder WochenEndSpiegel – die Initiative aus Werdau fällt überall auf fruchtbaren Boden und dürfte somit für einen berechtigten Funken Hoffnung in der gesamten Innenstadt sorgen. In den ersten Geschäften und Schaufenstern ist der alternative Weihnachtsmarkt Werdaus jedenfalls schon angekommen. Wie hier im Bekleidungsgeschäft „Markt 52“ (Foto) mit Pyramiden und Schwibbogen, übernehmen viele Werdauer Geschäfte in diesem Jahr die Patenschaft für klassische Weihnachtsmarktprodukte.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

21 November 2020

Von Schafen beweidet: Schöne gerade Nordmanntannen selbst schlagen

Hallo liebe Tannebaumfans, am 5. und am 12. Dezember habt Ihr die Möglichkeit, eine echte, traditionell angebaute „Pio“-Nordmanntanne frisch zu schlagen. Gewachsen ist sie ohne zuhilfenahme von Pflanzenschutzmittel, aber mit extensiver Schafbeweidung, damit sie nicht einwächst und gut gedüngt wird.
Unsere Tannen sind schön gerade gewachsen und sie gibt es von einem bis vier Meter Höhe. Bei Kauf werden sie eingenetzt, Ihr könnt sie aber auch selbst ausgraben.
Adresse: 08124 Werdau, Grünanger 34 am 5. und 12. Dezember jeweils von 10 bis 16 Uhr.
Telefonisch erreicht Ihr uns unter (0157) 313 207 90.
Eine eigene Säge kann mitgebracht werden, um die Tanne zu fällen (Maske bitte nicht vergessen).
Es gibt auch jetzt schon Schmuckgrün von den Tannen als Grababdeckung, zum Beispiel für Totensonntag oder zum Adventsgesteck selbst basteln für die Kinder und Eltern. Gern könnt Ihr uns auch an einem anderen Tag oder am Wochenende besuchen und den Baum holen. Dazu bitte einfach anrufen. Reservierungen können selbst getätigt werden, indem man das am Hoftor hängende Kärtchen mit dem Namen doppelt versieht (Stift beiliegend im Beutel) und an den Baum seiner Wahl hängt. Die Bäume stehen jeweils am Weg vor und hinter dem Hof in den Schafkoppeln.
Liebe Grüße und bis bald. Freut Euch auf einen persönlichen und frischen Weihnachtsbaum!

20 November 2020

Amtseinführung in der Neuen Welt: Eliten bleiben lieber unter sich

Westsachsen/Zwickau.- Am Dienstag, dem Tag vor dem Buß- und Bettag, wurde Zwickaus neue Oberbürgermeisterin Constance Arndt vereidigt. Die Zeremonie fand weitesgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mit der Begründung von Schutzbestimmungen zur derzeitigen Seuchenbekämpfung hatte lediglich eine kleine, handverlesene Schar die Möglichkeit erhalten, der Vereidigung beizuwohnen. Ein Zwickauer Bürger, der sich vergeblich auf die Warteliste für die Veranstaltung hatte setzen lassen, äußerte am Dienstagabend seinen Unmut: „Die wollen hier offensichtlich ganz unter ihresgleichen bleiben, mit Ausnahme von ein paar Claqueuren vielleicht“.
In der Tat spricht die Auswahl der Gäste eher nicht für einen Politikwechsel hin zum Positiven, den sich viele Zwickauer nach wie vor von ihrem neuen Stadtoberhaupt erhoffen. Neben Alt-OB Rainer Eichhorn (CDU) und Arndts Kontrahentin bei der OB-Wahl, der Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU), war auch Amtsvorgängerin Pia Findeiß (SPD) gleich mit ihrer ganzen Familie zum Sektempfang angereist. Außer den Landtagsabgeordneten von AfD und CDU hatten sich noch etliche weitere regionale Polit-Akteure dem kleinen Kreis angeschlossen. „Wie eine große Familie“, kommentierten einige Beobachter, die das Geschehen von außen betrachteten.

Für Unverständnis sorgte bei einigen Passanten auch die Tatsache, dass man das Parkverbot an der Leipziger Straße für die Veranstaltung trotz des leer stehenden Parkplatzes kurzerhand aufgehoben hatte, um der Prominenz einige Meter Weg zu ersparen. Auch die neue Oberbürgermeisterin machte hiervon beim Parken ihres neuen Dienstwagens Gebrauch (Foto). Die Inanspruchnahme von Sonderrechten scheint Constance Arndt offenbar wesentlich leichter zu fallen als die Beantwortung von Presseanfragen (WSZ berichtete).

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Nach Weihnachtsmarkt-Absage: Ein Trostpflaster für die Innenstadt

Westsachsen/Zwickau.- Nach der Absage des Weihnachtsmarktes in diesem Jahr entwickelten das Büro für Wirtschaftsförderung und das für die Stadtbeleuchtung zuständige Tiefbauamt kurzfristig ein Konzept für eine weihnachtliche Beleuchtung des Hauptmarktes. Diese ergänzen die Ideen der Kultour Z., das Ambiente des zentralsten Platzes der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt auch in Corona-Zeiten doch etwas „heimelig“ zu gestalten und ihm eine weihnachtliche Atmosphäre zu geben.
Neun zusätzliche Schwanenmotive für die historischen Laternen wurden aus Mitteln des Büros für Wirtschaftsförderung bestellt. Die Beleuchtungen mit dem Wappentier der Stadt sollen an den Laternen auf dem West- und Mittelspiegel des Hauptmarktes von der Stadtbeleuchtung installiert werden. Darüber hinaus wird noch für dieses Jahr die Beschaffung weiterer Leuchtschmuckstücke für den Ostspiegel geprüft.

Wenn in den kommenden Jahren der Weihnachtsmarkt wieder auf dem Hauptmarkt stattfindet, werden diese Laternenmotive dann in anderen Bereichen der Innenstadt platziert. Von 2017 bis 2019 wurden in der Zwickauer Innenstadt jedes Jahr weitere Bereiche mit einer eigens für Zwickau angefertigten Weihnachtsbeleuchtung mit Wellenmotiv ausgestattet. Die Finanzierung erfolgte überwiegend über den Verfügungsfonds Innenstadt ZENTRUM.LEBEN. Seit 2019 sind damit alle Areale des Fördergebiets in der Weihnachtszeit mit der neuen Beleuchtung geschmückt.
Mehr Licht gibt es seit einigen Monaten auch auf dem Domhof. Dies kommt jetzt in der aktuellen dunklen Jahreszeit besonders zum Tragen und ergänzt die erneuerte Weihnachtsbeleuchtung der anderen Innenstadt-Bereiche. Der Dom St. Marien ist seit dem Frühjahr dieses Jahres durch 20 moderne LED-Strahler beleuchtet, die um das Gebäude herum installiert wurden. Genutzt wurden dazu die bereits vorhandenen historischen Straßenlaternen, auf welchen die zusätzlichen Strahler montiert wurden.
Das Büro für Wirtschaftsförderung hat das Vorhaben als Projektleitung betreut. Die Mittel hierzu wurden aus dem Bürgerhaushalt 2019 bereitgestellt und bewilligt. In enger Abstimmung mit der Ev.-Luth. Nicolai-Kirchgemeinde und den Stadtbeleuchtern wurde geplant, beschafft und installiert. Mit dem Vorhaben wird vor allem dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis vieler Bürger Rechnung getragen. Der Domhof verfügt nun über eine umfassende, angenehme Beleuchtung. Mit dieser Maßnahme konnten insbesondere die dunklen Nischen auf der nördlichen Seite des Doms vollständig beseitigt werden. Mit der „Erhellung“ des gesamten Areals um den Dom herum wurde dieser bei Einheimischen beliebte und touristisch bedeutsame Ort nachhaltig aufgewertet.
Auch Weihnachtsbäumchen versprechen weihnachtliches (Einkaufs-)Flair. Das Büro für Wirtschaftsförderung hatte den Innenstadt-Händlern angeboten, Weihnachtsbäume zur stimmungsvollen Dekoration der Straßen zu bestellen. Die Händler des Georgenkarrees sowie der Hauptstraße haben das Angebot wie in den Vorjahren gern angenommen. In diesen Tagen werden daher rund 70 Weihnachtsbäumchen angeliefert. In Eigeninitiative übernehmen Händler und Anlieger die ordnungsgemäße Befestigung an den historischen Laternen und das Schmücken.
Anfang Januar 2021 werden die Bäumchen vom Garten- und Friedhofsamt der Stadt Zwickau für eine fachgerechte Entsorgung abgeholt.
Mitmachofferten für Kinder gibt’s ebenfalls, wenngleich diese selbstverständlich den Corona-Bedingungen angepasst werden. So ist wieder eine Nikolausstiefel-Aktion geplant. Vor dem Rathaus zieren weihnachtliche Bastelarbeiten von Mädchen und Jungen kommunaler und freier Kitas die vor dem Rathaus – diesmal auch auf der Terrasse vor dem Café – aufgestellten 26 Bäumchen. Das Schmücken wird natürlich anders ablaufen, da die Kinder nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren sollen. Einige Erzieherinnen bzw. Leiterinnen werden die Dekoration mit den Bastelwerken ihrer Kinder selbst übernehmen. Manche Kids werden ihren Schmuck anhängen, wenn sie mit ihren Eltern spazieren gehen.

Quelle und Foto (aus 2019): Stadtverwaltung Zwickau

19 November 2020

Internierung im Heim: Tochter schreibt Protestbrief ans Gesundheitsamt

Westsachsen/Zwickau/Schönfels.- Die Corona-Maßnahmen und ihre Folgen. Praktisch täglich treiben die Regierenden eine neue Sau durchs Dorf. Heute geht es mal wieder um die Einschränkungen im Pflegeheim. Wegen der Corona-Verordnung ist es den Angehörigen untersagt, in die Nähe ihrer Liebsten zu kommen. Vereinsamung und das Gefühl, unter Haftbedingungen schlimmer als in der JVA zu leben, lassen jeden Lebensmut schwinden.
Die Tochter einer Betroffenen hat jetzt einen offenen Brief an das Gesundheitsamt geschrieben. Am Sonntag gab sie mit einem Freund ein kleines Konzert für die Inhaftierte vor dem Pflegeheim. Hier der Wortlaut des Briefes: „Sehr geehrte Damen und Herren, meine 89 jährige Mutter lebt seit wenigen Jahren in einem Seniorenheim am Rand Zwickaus.
Das Heim wird gut geführt und wir sind eigentlich sehr zufrieden, dass meine Mutter gerade hier ist.
Jedoch: Nach insgesamt mehr als 6 Monaten verordneter Isolation hinter geschlossener Haustür muss sie nun seit dem 31. Oktober sogar hinter ihrer Zimmertür bleiben, weil es im Heim – nicht in ihrer Etage – Coronafälle oder einen Fall gab. Genaue Auskunft erhielt ich darüber nicht.
Was tun Sie den alten Menschen nur an? Nur von morgens bis abends die Wände anschauen über so viele Wochen schon, wir dürfen nicht zusammenkommen und sie hat keine Abwechslung, Anregung oder Freude. Sie darf nicht einmal den Gang betreten und ins Freie darf sie auch nicht. Wenn sie das Zimmer verlassen möchte, wird sie zurückgeschickt. Ihre Lieben dürfen sie nicht besuchen.
Das ist kein Leben für einen Menschen! Die Heimbewohner haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Meine Mutter ist nicht positiv getestet worden, wie meines Wissens fast alle Bewohner des Heimes auch. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, warum sie alle schon wieder eingesperrt werden. Sollte es nicht genügen, Infizierte zu isolieren und den Gesunden möglichst viel Lebensqualität zu geben? Das würde auch ihre Abwehrkräfte stärken. Die alten Menschen haben nicht mehr viel Zeit! Und sie haben eine solche Behandlung auch nicht verdient nach einem arbeitsreichen Leben.
1. Sie sollte sich zu einer bestimmten Zeit doch frei im Haus und mit Begleitung, die auf sie aufpaßt, im Gelände bewegen dürfen. Mit welcher Begründung hält man sie für infektiös?
2. Auch sehe ich keinen Grund, warum sie nicht - kontaktfrei natürlich - uns zuhause besuchen kann und im Auto mit mir fahren darf. Sie ist ja nicht infiziert und keine Gefahr.
3. Wie lange wollen Sie das Besuchsverbot aufrechterhalten? Bis der Virus verschwunden ist? Oder bis alle Bewohner gestorben sind? Niemand will in so einem Haus wohnen.
Den Virus werden wir in unserer Gesellschaft weiter haben. Wollen Sie ständig und immer wieder alte Menschen wegsperren, sobald eine Infektion auftritt? Fragen Sie sie, sie würden lieber sterben!“
Inzwischen ist die Isolation etwas gelockert worden. Man darf für eine halbe Stunde nachmittags in das Heim zu solchen Bewohnern, die nachweislich nicht infiziert sind. Mutter und Tochter haben jedoch begründete Angst vor zu erwartenden neuen Verschärfungen, die die wenigen Besuchsmöglichkeiten wieder beenden könnten. Beide wünschen sich sehr, dass sie zusammenkommen dürfen und keine Angst mehr vor Isolation, Trennung und Vereinsamung haben müssen. Die Beschneidung der Freiheit von alten Menschen nimmt ihnen jede Lebensqualität, sie macht Angst und bringt ein Gefühl der Hilflosigkeit, Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Wer möchte so leben? Den Angehörigen ist auch klar, dass das Pflegeheim seine Bewohner und sein Personal vor Krankheit schützen möchte. Aber Kinder von ihren alten Eltern fernzuhalten ist nicht der richtige Weg.
Zu dem kleinen Konzert, dass Christiane Dreißig gemeinsam mit ihrem Freund Werner Franke vor dem Fenster ihrer Mutter gab, haben sich spontan einige Spaziergänger hinzu gesellt. Die Maßnahmen des Pflegeheimes gegen die eigenen Bewohner stießen auf allgemeines Unverständnis.

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17 November 2020

Mandantenverrat und Prozessbetrug: Die Spur führt nach Zwickau

Westsachsen/Zwickau/Werdau/Rheinland-Pfalz/Rockenhausen.- Neun Uhr morgens vor dem Amtsgericht Rockenhausen: Eine kleine Gruppe interessierte Prozessbeobachter wartet gespannt auf die Öffnung des Gerichtssaals. Angeklagt ist ein Rechtsanwalt aus Rheinland-Pfalz, der eine Werdauerin kurz vor einer Verhandlung am Zwickauer Landgericht im Stich gelassen hatte. Die Klage lautet auf Rückzahlung unrechtmäßig erhaltenen Honorars und Schadenersatz in Höhe von mehreren Tausend Euro. Zwar geht es hier zunächst um zivilrechtliche Ansprüche, die durch die Fehler des Advokaten verursacht wurden, doch sein Verhalten hat durchaus auch strafrechtlich relevanten Charakter. Deshalb bestand die Klägerin aus Werdau darauf, dass eine entsprechende Strafanzeige und Strafantrag wegen Mandantenverrat und Prozessbetrug gegen den Rechtsanwalt ins Protokoll aufgenommen wird.
Vor Prozessbeginn wies ein anwesender Detektiv darauf hin, dass es nach dem 2. Weltkrieg das erste Mal sei, dass eine Verhandlung nicht am Ort der Schädigung stattfindet. So etwas habe es bisher nur einmal gegeben, nämlich bei den Nürnberger Prozessen gegen Kriegsverbrecher. Damals wollte man den Opfern ersparen, wieder nach Auschwitz fahren zu müssen. Da der Fall auch Bezug zum Landgericht Zwickau hat, wird eine zu erwartende Berufungsverhandlung vermutlich dort stattfinden.

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Zum dritten Mal: Kita „Schöne Aussicht“ erhält Zertifikat der IHK

Westsachsen/Werdau.- Fünf Monate ist es nun her, als zahlreiche Schmetterlinge den Garten der Werdauer Kindertagesstätte „Schöne Aussicht“ eroberten. Es war der Höhepunkt des Projektes „Von der Raupe zum Distelfalter“, das vom Kita-Team und den Kindern über einen Zeitraum von drei Wochen durchgeführt wurde.
In allen vier Gruppen wurden Aufzuchtsbehälter mit kleinen Raupen aufgestellt und täglich das Wachsen und Verändern beobachtet. Mit Lupen und scharfen Augen entging den Kids rein gar nichts: täglich wurden die Fortschritte im Wachstum fotografiert und kreativ festgehalten. „Dabei waren die Kinder auffällig ruhig und besonnen, denn keiner wollte die Raupen bis zur Verpuppung stören“, berichtet Einrichtungsleiterin Anja Püschel. Nach ca. einer Woche hingen helle Kokons am Fließ im Deckel der Behälter und der vorsichtige Wohnungswechsel in die Schmetterlingsvolieren stand bevor. Dieser wurde trotz zitternder Hände problemlos gemeistert. Nun hieß es warten und beobachten, wann sich die Kokons verfärben und die Metamorphose beginnt.
Mitte Juni wurden dann alle kleinen und großen Forscher von flattrigen Gesellen in den Volieren überrascht - fast alle Falter waren geschlüpft, was für großen Jubel in den Gruppenzimmern führte. Kurz darauf herrschte eifriges Treiben, denn die neugeborenen Distelfalter brauchten Futter. Aufgeschnittene Orangen, Bananen und Zuckerlösung auf Blütenranken wurden den Faltern in ihre Wohnungen gestellt. Nun bot sich ein weiteres Schauspiel, wenn die Falter ihren Saugrüssel ausrollten und sich genüsslich an den Säften stärkten. Ein Projekt, das nicht nur bei den Kleinen für Begeisterung sorgte.
Aufgrund der konzeptionellen und pädagogischen Arbeit wurde die Kindertagesstätte „Schöne Aussicht“ nunmehr zum dritten Mal als „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet. Die Kinder erhielten von der Industrie- und Handelskammer Medaillen für ihren Wissensdrang, die Einrichtung das neue Zertifikat. Und auch für die Zukunft sind bereits neue Experimente geplant. Konkret werden sich die Kinder mit Tees, deren Zutaten, Geschmack und Wirkung beschäftigen.
Mit dem Prädikat „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet werden Kindertagesstätten, die ein besonders vielfältiges und kontinuierliches Angebot für Kinder haben, um sich mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu beschäftigen – Inhalte, die auch später im Schul- und Arbeitsleben für den Standort Sachsen von großer Bedeutung sind. Damit soll ein wichtiger Beitrag für die frühkindliche Bildung in Deutschland geleistet werden. Um das zu ermöglichen, drückt auch das Team der „Schönen Aussicht“ regelmäßig die Schulbank.

 Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau